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ISABELL: PRAKTIKUM IM ÖSTERREICHISCHEN BUNDESKANZLERAMT


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BLICK AUS DEM BÜRO

 

Den kompletten Mai diesen Jahres durfte ich im wunderschönen Wien verbringen und dort mein STEP-Praktikum machen.

Anfang Februar bekam ich die Zusage, eine von drei ausgewählten PraktikantInnen im Institut für Staatsorganisation und Verwaltungsreform im österreichischen Bundeskanzleramt zu sein. Ich hatte mich auf drei Stellen beworben, und dass es sogar mit meinem Erstwunsch klappen würde, damit hatte ich nicht gerechnet. Umso größer war natürlich die Freude darüber.

Dass ich während meines Praktikums dann auch noch so bewegte Zeiten der österreichischen Politik erleben würde, ahnte ich zu der Zeit natürlich noch nicht...

 

 

Mein Büro befand sich in einem Teil der Hofburg, also mitten im Herz des schönen ersten Bezirks Wiens. Das Institut für Staatsorganisation und Verwaltungsreform hat die Aufgabe,  wissenschaftliche Studien zu erstellen, wissenschaftliche Publikationen herauszugeben, die Kooperation mit wissenschaftlichen Institutionen und Veranstaltungen aufrecht zu erhalten sowie Lehrtätigkeiten im Aufgabenbereich des Instituts zu unterstützen und durchzuführen. 

Meine erste Aufgabe kam vom European Committee on Democracy and Governance (CDDG), einem Gremium des Europarats. Dieses Komitee hat die vornehmliche Aufgabe, Vorschläge für Standards betreffend die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung, die Stärkung der Bürgerbeteiligung und der demokratischen Verfahren auf allen Ebenen zu erarbeiten. Ich beschäftigte mich mit der Frage, wie die einzelnen österreichischen Bundesländer Gemeindezusammenlegungen in ihren Verfassungen bzw. Gemeindeordnungen regeln, und ob es dafür z.B. einer Bürgerbeteiligung bedarf oder nicht. 

Hauptsächlich beschäftigte ich mich in den vier Wochen aber mit Fragen der Gesetzesbegründung in Deutschland. Ich ging der Frage nach, ob der Gesetzgeber verfassungsrechtlich verpflichtet ist, seine Gesetze zu begründen, beschäftigte mich mit dem Nationalen Normenkontrollrat und diversen Enquete-Kommissionen, schaute mir die Länderebene an und vieles mehr. Zudem verglich ich die deutsche Rechtslage im Hinblick auf den Normenkontrollrat mit der in den Niederlanden, Großbritanniens, Tschechiens und Schwedens.

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    Blick auf die Vereinten Nationen vom DC Tower

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    Sachertorte

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    Prater

Der Leiter des Instituts, MMag. Priv.Doz. Dr. Alexander Balthasar, nahm sich viel Zeit, die Ergebnisse und das weitere Vorgehen mit mir zu besprechen.

Während meines Praktikums war ich außerdem bei drei sehr interessanten Vorträgen der Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten Nationen in der Hofburg eingeladen. Zum Ende seiner Amtszeit hielt Bundespräsident Dr. Heinz Fischer einen Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema „Außenpolitik und Bundespräsident“. Außerdem besuchte ich die Vorträge bzw. Podiumsdiskussionen „Die OSCE und der österreichische Vorsitz 2017“ und „Wir sind UNO – Einblicke hinter die Kulissen der Vereinten Nationen“. 

In diese Zeit im Mai fielen bekanntlich viele, oben schon angedeutete, politische Paukenschläge in Österreich. Der Bundeskanzler Werner Faymann trat am 09.05.2016 zurück, der neue Bundeskanzler Christian Kern wurde am 17.05.2016 vereidigt und am 22.05.2016 wählten die Österreicher mit hauchdünnem Vorsprung Alexander Van der Bellen zum vermeintlichen neuen Bundespräsidenten. Dass diese Wahl wiederholt werden muss, stand damals noch nicht fest. Das alles geschah im unmittelbaren Umfeld, in dem ich mich täglich aufhielt. Regelmäßig kam „mein Arbeitsplatz“ in der Tagesschau der ARD. Der neue Bundeskanzler stellte sich am 18.05.2016 allen seinen Mitarbeitern vor, das war zu diesem Zeitpunkt auch ich. Ich erlebte ihn dabei als sehr sympathisch und locker. Es war sehr spannend, diese Entwicklungen „live“ mitzuerleben und die Reaktionen der Leute mitzubekommen.

Der Mai hatte dieses Jahr erfreulicherweise viele Feiertage, sodass ich genug Zeit hatte, das schöne Wien zu erkunden. Für ein Wochenende bin ich nach Innsbruck gefahren, um als International Guest am NCM von ELSA Österreich teilzunehmen. 

Abschließend kann ich nur jedem empfehlen, sich auch für eine STEP-Stelle zu bewerben. Es ist eine einmalige Chance, ein Praktikum in Institutionen zu machen, in die man ohne ELSA und STEP nicht reinkommen würde. Nebenbei lernt man zudem  eine neue Stadt und neue Menschen kennen.

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ICH IM PARK VOR SCHÖNBRUNN