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LISA: PRAKTIKUM AM INSTITUT FÜR OSTEUROPÄISCHES RECHT UND RECHTSVERGLEICHUNG AN DER UNIVERSITÄT ZU KÖLN


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Elizaveta Saponchik

Studentin des Doppelmasterprogramms

„Deutsches und Russisches Recht“

Universität Passau, Universität Krasnojarsk (Russland)

 

Im Sommer habe ich mein Staatsexamen in Russland abgelegt und mich dafür entschieden ein Aufbaustudium in Deutschland zu machen. Die Universität Passau mit dem neuen, international ausgerichteten Masterstudiengang „Deutsches und Russisches Recht“ erschien mir als die perfekte Wahl, und zwar in vielen Hinsichten – von vielfältigen Studienmodulen bis zum Studienort.

Obligatorischer Bestandteil des Masterprogramms ist ein Praktikum. Man darf es in verschiedenen Rechtsgebieten absolvieren, so dass das eigene Interesse bei der Wahl der Stelle gewürdigt wird. Ich interessiere mich sehr für öffentliches Recht und meine Masterarbeit, die ich gerade schreibe, hat einen vergleichenden Aspekt im Bezug zum deutschen Verfassungsrecht. So erwies sich die Suche nach einer passenden Praktikumsstelle als schwierig und ich konnte nichts passendes finden. Deswegen habe ich mich an ELSA-Passau e.V. gewendet, da ich vieles über das STEP-Programm für Praktikanten gelesen habe.

Bewerbung
Das STEP-Programm bietet verschiedene Praktikumsstellen an. Man darf sich drei Stellen aussuchen. Wie üblicherweise besteht die Bewerbung aus einem Motivationsschreiben und einem Lebenslauf. Anschließend wird die Bewerbung online abgeschickt und nach kurzer Zeit erhält man eine Antwort. Ich habe mich für die Praktikumsstelle am Institut für osteuropäisches Recht und Rechtsvergleichung an der Universität Köln beworben. Nach 3 Wochen habe ich die Zusage erhalten!

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Bild im Hero: © Timm Wiedmeyer

Das Institut
Das Institut für Ostrecht wurde 1964 gegründet. Die Direktorin des Instituts ist Prof. Dr. Dr. h.c. Angelika Nußberger, die momentan Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ist. Geleitet wird das Institut von Prof. Dr. Caroline von Gall.
Vorm Beginn meines Praktikums war ich etwas angespannt – das war ja mein erstes Praktikum in Deutschland und ich wollte, dass es erfolgreich abläuft und ich meine Sprach- und Rechtskenntnisse anwende und vertiefe. Doch ab dem ersten Tag meines Praktikums habe ich verstanden, dass meine Sorgen und Ängste umsonst waren. Am ersten Tag wurde mir eine Führung durch das Institut angeboten  und ich wurde allen Mitarbeitern freundlich vorgestellt. Prof. Dr. Caroline von Gall hat mich herzlich begrüßt und mir sehr interessante und aktuelle Aufgaben gegeben. Alle Aufgaben waren wissenschaftlich geprägt und hatten viel mit den neusten Entwicklungen des russischen Rechts zu tun. Diese Entwicklungen versuchte ich aus der völkerrechtlichen Perspektive zu betrachten – und hatte viel Spaß dabei. Außerdem hat mich Frau von Gall über meine Masterarbeit beraten, was sehr hilfreich war. Ich durfte sogar einen Artikel für die Zeitschrift Osteuropa-Recht schreiben.
Für einen Praktikanten ist der Arbeitsalltag im Institut flexibel gestaltet. Es gibt z.B. eine Kaffeepause, während deren man sich mit den Mitarbeitern nett unterhalten konnte. Es herrschte eine offene und freundliche Atmosphäre. Besonders inspirierend fand ich die Tatsache, dass das Personalspektrum des Instituts international geprägt ist und alle zusammen ein sehr gutes Team bilden. Die Mitarbeiter hatten immer ein offenes Ohr für mich, obwohl sie viel zu arbeiten haben. Außerdem fand ich ganz toll, dass so viele Menschen sich für osteuropäisches Recht - insbesondere für russisches Recht - interessieren.  

Leben in Köln
Neben der Arbeit an der Universität hatte ich die Möglichkeit, meine Freizeit vielfältig zu gestalten. Köln ist eine große Stadt, in welcher immer etwas los ist. Jeder findet etwas für seinen Geschmack. Es gibt sehr viele Sehenswürdigkeiten, Museen (einzigartiges Schokoladenmuseum), Parks, Shops und Bars (z.B. die längste Bar in Deutschland, 16 m lang). Alles war gut erreichbar, da ich in einer WG in der Stadtmitte gewohnt habe. Die Suche nach einer Unterkunft in Köln bereitet manchmal Schwierigkeiten. Es wäre empfehlenswert, sich einige Wochen Zeit dafür zu nehmen. Ich hatte 2 Wochen vor dem Beginn des Praktikums mit der Wohnungssuche begonnen und konnte nichts passendes finden, weshalb die Praktikumsdaten geändert wurden. Was ich aber in Deutschland hilfreich finde, sind verschiedene Webseiten für die Wohnungssuche und auch Gruppen bei Facebook, die bei der Unterkunftssuche hilfreich sind.
Im Hinblick auf die Stadt lässt es sich sagen, dass ich davon fasziniert war! Besonders was den Kölner Dom angeht. Dorthin bin ich fast jeden Tag gegangen. Kölner Dom ist nie genug! Außerdem gibt es einen tollen Zoo mit rund 8.000 Tieren. Vom Zoo kann man auch mit der Kölner Seilbahn fahren und den schönen Ausblick auf die Stadt genießen. Doch das schönste Panorama bietet der Triangle-Turm; in über 100 Metern hat man einen tollen Ausblick auf den Kölner Dom, Rhein und Brücken.

Fazit
Ich kann ein wissenschaftliches, juristisches Praktikum sehr stark empfehlen. Man lernt wissenschaftliches Arbeiten und die Recherche kennen. Außerdem baut man neue Kontakte auf. Ein toller Ausgleich zum Praktikum in einer Kanzlei, was natürlich auch sein sollte. Ein Praktikum an einer wissenschaftlichen Einrichtung bietet auch andere Möglichkeiten, wie z.B. eine Promotion in der Zukunft.
Ich bin mit meinem Praktikum sehr zufrieden und möchte mich hier auch bei den Mitarbeitern des Instituts für osteuropäisches Recht der Universität Köln bedanken! Ich war inspiriert und glücklich mit solchen offenen und interessanten Menschen zu zusammen zu arbeiten.