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International Telecommunication Union (Fernmeldeunion) in Genf


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Nutzt diese wunderbare Möglichkeit und lernt die Welt aus einer anderen Perspektive kennen."

— Maurus, ELSA-Hamburg e.V. (ITU Genf, März 2018)

World Summit on the Information Society (WSIS) Forum 2018

Geneva, 19.03.2018-23.03.2018

 

Wer sich einmal mit dem Völkerrecht beschäftigt, kommt um die Vereinten Nationen nicht herum. Sie ist eine Organisation, welche so facettenreich ist, dass man schnell einmal die Übersicht verlieren kann. Den Sicherheitsrat bzw. die Generalversammlung kennt noch jeder, doch ein Blick auf das Organigramm offenbart eine Vielzahl an Programmen, Nebenorgane, Fachkommissionen, Sonderorganisationen und viele anderen verwandten Einheiten. So war es für mich nicht besonders überraschend, dass ich von der ITU (Internationale Fernmeldeunion) selbst noch nicht viel gehört hatte. Lediglich die Abkürzung und der Sitz in Genf waren mir ein Begriff.

Erfahrungen vor Ort
Vorab, nach drei Delegationen kann ich mit Bestimmtheit sagen, dass die unterschiedlichen Delegation relativ vergleichbar ablaufen. Normalerweise gibt es eine Hauptveranstaltung (häufig über mehrere Tage, wenn nicht alle) mit vielen Nebenschauplätzen. Genf ist dabei besonders, denn hier finden in der Regel viele Konferenzen gleichzeitig statt. Zudem ist Genf ein unvorstellbares Forum für Länder aus aller Welt.

Bei meinem Besuch der ITU haben wir an einem Forum teilgenommen. Es gab deshalb viele Veranstaltungen von NGOs. Bewusst werde ich nicht auf die detaillierten Fragestellungen des Forums eingehen, da diese viel besser im Abschlussbericht zusammengefasst sind. Beispielshaft können aber das World Café der UN Major Group for Children and Youth und ein Staatenworkshop zu staatlichen digitalen Dienstleistungen der Vereinigte Arabische Emirate genannt werden. Das Forum war insbesonderespannend, da wir auch kostenlos an einem TEDx Talk teilnehmen konnten. Durch die idealen Voraussetzungen in Genf haben wir unsere Mittagspausen und das Abendprogramm mit weiteren interessanten Veranstaltungen gespickt. Wir haben uns mit einer anderen Delegation getroffen, welche ELSA bei der WIPO vertreten hat. Gemeinsam haben wir das UN-Büro in Genf und die WIPO erkundet.

Mein absoluter (Geheim-)Tipp für Genf ist The Graduate Institute. Dieses bietet fast tägliche hochspanende, kostenlose Vorträge an. So konnten wir Carles Puigdemont wenige Tage vor seiner Festnahme zum Thema Europa lauschen oder dem UN Sonderbeauftragten für Syrien, Staffan de Mistura, bei seinem Vortrag Fragen stellen.

Wer ELSA kennt, ist sich auch bewusst, dass es nicht nur um die akademischen Aktivitäten geht. Wir saßen jeden Abend zusammen, haben uns über Politik, Gesellschaft und weiter Themen unterhalten und dabei das (nicht ganz günstige) Bier getrunken. Über eine Bekannte, welche zu diesem Zeitpunkt ein Praktikum bei der UN absolvierte, sind wir in Kontakt mit weiteren Praktikantinnen gekommen. Es hat sehr viel Spaß gemacht, sich mit Menschen auszutauschen, welche einen ähnlich gelagerten Interessenbereich haben. Da kann man schnell die Zeit bei einem Fondue im Bains des Pâquis vergessen.

Und nun?
Ehemalige Teilnehmer einer Delegation pflichten mir bestimmt bei, wenn ich behaupte, dass es sich dabei um eine Erfahrung handelt, welche man in der juristischen Ausbildung nur selten präsentiert bekommt. Das deutsche Studium der Rechtswissenschaft ist davon geprägt, dass es nur kaum praktische Anwendungen demonstriert. Wer einmal die internationale Bühne der Diplomatie hautnah erleben möchte, sollte unbedingt als Teil einer Delegation eine internationale Organisation besuchen.

Finale Worte
Persönlich kann ich nur damit abschließen, indem ich darauf hinweise, dass man nicht alle Tage in Genf, New York oder auch Wien mit den Besten aus ihren Bereichen an einem Tisch sitzen kann. Also nutzt diese wunderbare Möglichkeit und lernt die Welt aus einer anderen Perspektive kennen.

- Maurus Wollensak, ELSA-Hamburg e.V. -